Verkehrswende in Hamburg

Stand der Dinge

Seit Jahren sinken die CO2-Emissionen in Hamburg im Verkehrssektor kaum¹, gleichzeitig steigt die Anzahl der zugelassenen Pkw trotz angekündigter Verkehrswende kontinuierlich, meist schneller als die Anzahl der Einwohner:innen²

Der neue IPCC-Sachstandsbericht hat jedoch deutlich gemacht, dass für die Einhaltung der Pariser Klimaziele eine sofortige Trendwende und tiefgreifende Emissionsminderungen in allen Sektoren nötig ist.³
Das bedeutet, die Emissionen im Verkehrssektor müssen schnell und drastisch sinken, d.h. die Verkehrswende muss beschleunigt vorangetrieben werden.

Was ist eine Verkehrswende? Und wann tritt sie in Kraft?

Ziel der Verkehrswende ist, die jahrzehntelange Bevorzugung des Automobilverkehrs hinsichtlich Flächenbedarf, Verkehrsführung, Subventionierung und Haushaltsmitteln abzubauen, so dass zum einen Menschen mit dem Rad, dem ÖPNV oder zu Fuß oder einer Kombination dieser Verkehrsmittel möglichst sicher, emissionsfrei, unkompliziert und zügig von Punkt A nach Punkt B gelangen können, zum anderen den öffentlichen Verkehrsraum für Menschen jeden Alters zurückzuerobern – für Aufenthalt, Kommunikation, Spiel und andere Aktivitäten
Um die die Verkehrswende in Hamburg voranzubringen und die Emissionen zügig zu senken, benötigt Hamburg sowohl eine langfristig wirksame Strategie als auch kurzfristig wirksame Maßnahmen (“**Quick Wins**”).

Das Hamburger *Bündnis für den Rad- und Fußverkehr*

Wir begrüßen die im ==TODO wann== veröffentlichte Strategie des Bündnisses für den Rad- und Fußverkehr⁴, insbesondere die Aspekte
– Fuß-, Radverkehr und ÖPNV als Gesamtkonzept zu denken
– der Radverkehr für alle Altersgruppen attraktiv und sicher zu machen
– ein regelmäßiges Monitoring vorzunehmen
– die Maßnahmen zwischen den Behörden zu koordinieren.
Bei vielen Maßnahmen fehlen jedoch konkrete Ziel- und Zeitvorgaben.

Keine Verkehrswende ohne *Pull* **und** *Push*

Maßnahmen, die Rad- und Fußverkehr ebenso wie den ÖPNV attraktiver für alle machen, sind eine notwendige Voraussetzung für eine gelungene Verkehrswende.
Sie allein tragen aber nicht dazu bei, die Emissionen kurzfristig zu senken, und auch ihre langfristige Wirkungskraft ist fraglich.
Denn laut Umweltbundesamt kann die Verkehrswende erst erreicht werden, wenn der Trend der beständigen Steigerung des Verkehrsaufwands umgekehrt wird.
Dazu bedarf es nicht nur eines attraktiven Angebots (**Pull-Faktor**), ebenso wichtig sind Maßnahmen, die die langjährig als selbstverständlich gehaltenen raumgreifenden Privilegien des Autoverkehrs abbauen oder zumindest unter Einbeziehung aller sozialen und ökologischen Folgekosten angemessen zu bepreisen (**Push-Faktoren**).⁵

Auswertung von 800 Fallstudien zeigt wirksame Maßnahmen auf

Eine Auswertung von 800 Fallstudien über Maßnahmen zur Verkehrswende in Städten der EU ergab: Am erfolgreichsten sind
– Push-Maßnahmen wie City-Maut, Zufahrtsbeschränkungen und ein großflächiger Parkplatzrückbau kombiniert mit
– Pull-Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität von ÖPNV, Fuß- und Radverkehr.⁶
Eine solche Kombination von Maßnahmen muss in Hamburg kurzfristig umgesetzt werden, andernfalls wird die Einhaltung der Klimaziele erneut verschleppt und droht vollends zu scheitern.

1 https://www.hamburg.de/co2-bilanz-hh/
2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255132/umfrage/bestand-an-pkw-in-hamburg/
3 https://www.umweltbundesamt.de/themen/ipcc-bericht-sofortige-globale-trendwende-noetig
4 https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/16177002/2022-05-17-bvm-strategie-rad-und-fussverkehr/
5 https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/grundlagen-recht-personenbefoerderung S. 120
6 https://www.sueddeutsche.de/wissen/erdueberlastungstag-overshoot-day-deutschland-verkehr-autos-1.5579740

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